Viermal im Jahr treffen sich die Koordinator:innen der ambulanten Hospizvereine
Oberhausen, Essen, Mülheim, Duisburg und Bottrop. Es gibt ein gemeinsames
Frühstück und die gute Gelegenheit, Fragen zu stellen, die andere vielleicht schon
beantworten können. Netzwerken – im besten Sinne.
Und es gibt immer Themen, die alle interessieren: „Wir sprechen z.B. über den
Paragrafen 39a SGB V miteinander“, erklärt Anja Lenzig von der Hospizgruppe
Bottrop. Dieser Paragraf verpflichtet die Krankenkassen, ambulante Hospizdienste
zu fördern, damit sie schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre
Angehörigen zu Hause begleiten können. Aber es geht auch um Förderanträge, um
das Ehrenamt, Social Media, die Qualifizierungskurse und so viel mehr.
„Vor 25 Jahren hatte ich die Idee, die damals noch jungen und oftmals personell nur
minimal ausgestatteten ambulanten Hospize stärker zu vernetzen“, sagt Rafaela
Schmitz, langjährige Koordinatorin im Ambulanten Hospiz Oberhausen e.V. Heute ist
sie im Ambulanten Hospiz Mülheim in vergleichbarer Funktion tätig – und natürlich
immer noch Teil des Netzwerks.
Es ist ein sich ständig anpassender Kreis von rund zehn Personen, der sich seit
einem viertel Jahrhundert trifft. Es wird locker geplaudert, ein Tässchen Kaffee
getrunken, während die Fragen über den Tisch fliegen, sich ergänzen und zu
Antworten werden. Es ist leicht und doch so wichtig, weil das Miteinander viel stärker
ist als das Solo.
„Heute habe ich eine ganz spezielle Frage: Stellt Ihr nach dem Qualifizierungskurs
Teilnahmebescheinigungen oder Zertifikate aus?“ fragt Helga Jochem-Balshüsemann
von der Hospizbewegung Duisburg-Hamborn. Darüber wird an diesem Tag lebhaft
diskutiert, während die Käseplatte von links nach rechts wandert.
Im April 2026 findet das Koordinator:innen-Frühstück im Ambulanten Hospiz
Oberhausen e.V. statt, beim nächsten Mal wird der Tisch an einem anderen Ort
gedeckt. Jeder kommt mal dran. Die Idee bleibt immer die gleiche – seit 25 Jahren.

